March For Our Lives – Ihr macht uns Mut

800.000 Menschen nahmen laut Angaben der Veranstalter alleine in Washington an diesem Marsch teil. Kundgebungen fanden auch in vielen anderen Orten der USA, aber auch in vielen Städten an anderen Orten der Welt. Dieser Marsch wurde nicht von irgendwelchen Politiker*innen organisiert, nein, das waren Jugendliche, Schüler*innen und Student*innen, die eine Veränderung der Waffengesetze in den USA durchsetzen wollen.

Fünf Teenager sind es, die diesen Marsch ins Leben riefen, mittlerweile in den ganzen USA bekannt. Hierzu SPIEGEL ONLINE vom 23.03.2018:

Die fünf Gesichter auf der Titelseite sind inzwischen weit über Amerika hinaus bekannt, weil sie sich so offen mit der US-Waffenlobby anlegen. Nachdem am 14. Februar ihre Schule in Parkland, Florida, von einem Massenmörder heimgesucht wurde, waren sie es, die am lautesten strengere Waffengesetze forderten.

Damit rütteln sie am Selbstverständnis vieler Amerikaner, für die das Tragen einer Schusswaffe zu den Grundfreiheiten jedes US-Bürgers zählt. Schon viele Politiker haben sich erfolglos an schärferen Gesetzen versucht, zuletzt auch Barack Obama in seiner Zeit als US-Präsident.

Die Demonstrant*innen sind sich einig. Sie wollen schärfere Waffengesetze in den USA, sie wollen, dass solche Amokläufe an ihren Schulen nicht mehr stattfinden können. „Enough is enough“, das ist ihre gemeinsame Meinung. Denn die Gefahr, dass sie selbst durch so einen Amoklauf sterben könnten, ist an vielen Schulen der USA mittlerweile allgegenwärtig. Immer wieder finden Code-Red-Übungen für den Ernstfall statt.

Beeindruckend war der Auftritt von Emma González, eine der Initiator*innen des Marsches, den ich mir live im Internet ansehen konnte. Sie redete nur kurz, dann schwieg sie. Tränen liefen ihr über die Augen, genau wie vielen ihrer Zuhörer*innen. Insgesamt quälende 6 Minuten und 20 Sekunden dauerte dieses Schweigen. Solange dauerte der Amoklauf an ihrer Schule. Zum Abschluss sprach sie noch die mahnenden Worte: „Kämpft für Euer Leben, bevor es jemand anderes tun muss“.

Diese Demonstration war wohl die größte, die jemals in den USA stattgefunden hat. Beeindruckend auch der Mut und der Optimismus, der aus vielen dieser Reden zu hören war. Sie wollen nicht nur etwas ändern, sie sind auch überzeugt davon, dass sie das schaffen werden, schließlich sind sie die Wähler*innen der Zukunft. Da ist der Präsident der USA, Donald Trump. Da ist die mächtige Waffenlobby NRA. Dennoch sind sie davon überzeugt, dass sie Erfolg haben werden. Und sie haben mittlerweile viel Unterstützung von prominenter Seite. So schrieb Das Handelsblatt am 24.03.2018:

In Donald Trumps Heimatstadt New York gingen knapp 175.000 Menschen auf die Straße. Auch der Ex-Beatle Paul McCartney befand sich unter den Demonstranten und erinnerte an den Mord an John Lennon in New York. Auch außerhalb der USA zeigten Menschen Solidarität – von Deutschland, Frankreich, Schweden, China, Israel bis Mauritius fanden Protestmärsche statt.

Wie oft habe ich mir in meinem Land, in Deutschland, schon anhören müssen: „Gegen die da oben kann man doch nichts machen“. Gerade zu dieser Behauptung macht der „March For Our Live“ Mut. Doch, man kann etwas ändern, wenn man nur will.

Viele vergleichen diese Bewegung schon mit der damaligen Bewegung gegen den Vietnamkrieg. Was letztlich daraus werden wird, das wird sich zeigen. Manchen der Teilnehmer*innen geht es aber tatsächlich nicht nur um die Gewalt an den Schulen.

Wer weiß, vielleicht schließen sich viele von Ihnen auch dem Aufruf von Humanisten in den USA an, den David Andersson am 24.03.2018 auf Pressenza veröffentlichte:

Wir rufen alle dazu auf, diese Jugendbewegung mit aller Kraft zu unterstützen und Druck auf Entscheidungsträger auszuüben, um die Ideale von Frieden und Gewaltfreiheit zu verbreiten und so den Weg für eine neue Zeit zu ebnen. Zudem laden wir alle dazu ein, uns beim Marsch für Gewaltfreiheit in New York City am 8. April zu begleiten, wenn wir durch die Straßen von Manhattan ziehen werden, vorbei an einigen Wahrzeichen der Gewaltfreiheit in unserer Stadt (newhumanist.us), um öffentlich unseren Glauben an die Gewaltfreiheit als einzigen Weg aus diesen verwirrenden Zeiten heraus zu bekunden.

In demselben Artikel zitiert Andersson noch Martin Luther King, ich finde ein würdiges Schlusswort:

„Der Schwachpunkt der Gewalt liegt darin, dass sie eine Abwärtsspirale ist, die das produziert, was sie zerstören soll. Anstatt das Böse zu verringern, wird es multipliziert. Durch Gewalt kann man einen Lügner umbringen, aber nicht die Lüge und man kann damit auch nicht die Wahrheit ans Licht bringen. Durch Gewalt kann man den, der hasst, umbringen, aber nicht den Hass. Tatsächlich vermehrt man Hass durch Gewalt. So läuft es. Gewalt mit Gegengewalt zu beantworten, multipliziert sie nur und bringt nur noch mehr Dunkelheit in eine ohnehin sternenlose Nacht. Dunkelheit kann nicht Dunkelheit verdrängen: nur Licht kann das. Hass kann nicht Hass verdrängen: nur Liebe kann das.“ – Martin Luther King Jr. Aus „Where Do We Go From Here?“ (1967)

 

2 Gedanken zu „March For Our Lives – Ihr macht uns Mut

  1. Na ja, diese ange liche Rechtswidrigkeit bei Akkreditierung ist ein bißchen zuviel des Schlechten, schließlich hat der Pressesprecher Dich dann gleich eingelassen, nicht wahr? Die linksradikale Huffington Post“ hätte ruhig wegbleiben können, um deren Tendenzberichterstattung ist es ja nicht schade. Danach schlägst Du ja gottseidank versöhnliche Töne an, billigst den Pegidalern Gewaltfreiheit zu, na danke. Beschriebst eindeutig, daß Gewalt und Häme nur von den linksextremisten ausging, gut so, das fehlt ja sonst in der Lückenpresse“ bzw. den Lügenmedien und Lückenmedien. Hast Du schon mal gehört, daß die stärkste Waffe des Journalismus die Verschweigewaffe“ ist? (Tucholsky) Die wir einer ähnlichen Meinung gegen die deutschfeindlichen Lückenmedien sind, sollten etwas nein vielmehr Zusammenhalt praktizieren, meinst Du nicht?

    • Ich habe diesen Kommentar genehmigt, weil mir die Meinungsfreiheit wichtig ist. Allerdings hat der gesamte Inhalt des Kommentars überhaupt nichts mit meiner Meinung zu tun und auch gar nichts mit dem Artikel, der hier angeblich kommentiert wird.

      Zum einen meine ich, wer etwas zu sagen hat, kann auch seinen Namen nennen und muss sich nicht hinter einem „Unternehmerhandbuch“ verstecken. Dieser Name war übrigens in dem Kommentar mit einer Seite zum Kauf irgendwelcher obskurer Pillen verlinkt – diesen Link habe ich selbstverständlich entfernt.

      Scheinbar hält der Autor des Kommentars nichts von der Wahrheit. Nirgendwo habe ich behauptet, dass „Gewalt und Häme nur von den Linksextremisten“ ausging, eine reine Erfindung, die dem Autor wohl in den Kram passt. Das ist sowieso einfach Unsinn: Adolf Hitler oder die Neonazis, die mit Gewalt gegen Asylbewerber vorgehen und reihenweise Flüchtlingsheime anzünden, diese Gewalttäter haben mit Linksextremismus wohl überhaupt nichts zu tun.

      Natürlich haben wir auch keine „ähnliche Meinung gegen die deutschfeindlichen Lückenmedien“. Fundierte Kritik an einzelnen Zeitungen oder TV-Sendungen oder auch an der Funktionsweise unserer Medienlandschaft, das ist das eine. Alles unter Begriffen wie „Lügenmedien“ oder „Lückenmedien“ zusammenzufassen, das ist einfach platt und dumm. Überhaupt, wer sich über angebliche „deutschfeindliche Lückenmedien“ beschwert, sollte erst einmal versuchen, diese Sprache zu beherrschen. Der gesamte Kommentar wimmelt nämlich nur so von Fehlern …

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